Bibeltexte zum Tag

Lesung

Zweiter Brief des Apostels Petrus 1,2-7.

Schwestern und Brüder! Gnade sei mit euch und Friede in Fülle durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!
Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat.
Durch sie sind uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr durch diese Anteil an der göttlichen Natur erhaltet und dem Verderben entflieht, das durch die Begierde in der Welt herrscht.
Darum setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, mit der Tugend die Erkenntnis,
mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der Ausdauer die Frömmigkeit,
mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe!


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Evangelium

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 12,1-12.

In jener Zeit begann Jesus zu den Hohepriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Gleichnissen zu reden: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.
Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort.
Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; und ihn schlugen sie auf den Kopf und entehrten ihn.
Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht.
Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als Letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, dann gehört sein Erbe uns.
Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.
Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer vernichten und den Weinberg anderen geben.
Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden;
vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen?
Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.


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Impuls

„Ich bin der wahre Weinstock“ (Joh 15, 1)

Süßer Jesus, in welchem Zustand muss ich dich sehen! Wer hat dich, der du so sanft und liebreich bist, zu einem solch bitteren Tod verurteilt? Wer hat dich, den einzigen Heiland unserer alten Wunden, dazu gebracht, selbst an diesen Wunden zu leiden, die nicht bloß grausam, sondern auch so schmachvoll sind? Süßer Weinstock, gütiger Jesus, das ist nun die Frucht, die dir dein Weinberg bringt. [...]
Bis zum Tag deiner Hochzeit hast du geduldig darauf gewartet, dass er Trauben hervorbringe, doch er bringt nur Dornen (vgl. Jes 5,6). Er hat dich mit Dornen gekrönt und dich mit den Dornen seiner Sünden umwunden. Dieser Weinstock, der nicht mehr der deine ist, sondern zu einem entarteten Weinberg wurde: Wie ist er bitter geworden! Er hat dich verleugnet und geschrien: „Wir haben keinen König außer dem Kaiser“ (Joh 19,15). Nachdem dich die Winzer aus dem Weinberg deiner Stadt und deines Erbbesitzes vertrieben hatten, brachten sie dich um: nicht sogleich und schnell, nein, sondern nachdem sie dich der langen Qual des Kreuzes ausgesetzt und dir mit Geißeln und Nägeln qualvolle Wunden zugefügt hatten. [...] Herr Jesus [...], du selbst übergibst deine Seele dem Tod – niemand entreißt sie dir, du gibst sie von dir aus hin (vgl. Joh 10,18). [...] Welch wunderbarer Tausch! Der König gibt sich hin für den Sklaven, Gott für den Menschen, der Schöpfer für sein Geschöpf, der Unschuldige für die Schuldigen.


(Quelle: evangeliumtagfuertag.org)

Ein Impuls von:Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer

Psalm des Tages

Psalmen 91(90),1-2.14-15a.15bc-16.

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen.
Ich sage zum HERRN: „Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.“
„Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort.

In der Bedrängnis bin ich bei ihm,
ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben, mein Heil lass ich ihn schauen.“


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Die Bibel zeigt uns Gottes Wesen. Sie zeigt uns, wie Gott denkt, fühlt und handelt. Glauben wir wirklich, wir könnten Gott verstehen, ohne die Bibel zu lesen? Aber mehr noch: Gott lebt in seinem Wort. Er möchte durch sein Wort mit uns in Kontakt sein und die Beziehung mit ihm wachsen lassen.