Liebe Gemeindemitglieder unserer Kirchengemeinde St. Peter und Paul,
zum Ende dieses ereignisreichen Jahres 2025 darf ich Ihnen den Jahresrückblick und Tätigkeitsbericht unseres Kirchengemeinderats überbringen. Es ist mein erster Jahresrückblick als gewählter Vorsitzender und zugleich ein Rückblick auf ein Jahr, das von tiefgreifenden Veränderungen, Abschieden, Neuanfängen und großen gemeinsamen Anstrengungen geprägt war.

Ein Jahr des Umbruchs und der Verantwortung
Bereits zu Beginn des Jahres wurde deutlich, dass dies für unsere Gemeinde ein besonderes Jahr werden würde. Die Vorbereitungen für die Renovierung der Pfarrkirche ebenso wie für die Kirchengemeinderatswahl liefen im bisherigen Gremium bereits auf Hochtouren.
Anfang März wurde unsere Pfarrkirche St. Peter und Paul zunächst vollständig ausgeräumt, um den Weg für die umfassende Renovierung freizumachen. Zahlreiche Ehrenamtliche aus unserer Gemeinde haben dabei mitangepackt, organisiert und unterstützt. Dafür ein herzliches Dankeschön.
Bald darauf am 30. März fand dann die Kirchengemeinderatswahl statt, welche einen tiefen Einschnitt mit sich brachte. Viele langjährige und verdiente Mitglieder traten nicht wieder zur Wahl an, darunter auch der bisherige gewählte Vorsitzende Thomas Hass sowie beide seiner Stellvertreter. Ihnen allen gilt unser großer Dank für oft jahrzehntelangen Einsatz sowie für Zeit und Herzblut, das sie in unsere Kirchengemeinde eingebracht haben.
Mit der diesjährigen Wahl wurde der Kirchengemeinderat in unserer Gemeinde auf zehn Mitglieder reduziert. Am Ostermontag erfolgte im Rahmen des Gottesdienstes die Verabschiedung der ausgeschiedenen Mitglieder sowie die Verpflichtung der neu gewählten Kirchengemeinderäte.
Direkt nach dem Gottesdienst erreichte uns dann die Nachricht vom Tod von Papst Franziskus. Die große Betroffenheit war sofort spürbar. Kurz darauf wählte das Konklave Papst Leo zum neuen Oberhaupt der Weltkirche. Diese Ereignisse haben uns einmal mehr bewusst gemacht, dass wir Teil einer großen, weltumspannenden Kirche sind – getragen von Tradition und zugleich im stetigen Wandel.

Gottesdienstliches Leben in besonderen Zeiten
Mit der Schließung unserer Pfarrkirche verlagerte sich das gottesdienstliche Leben für die Zeit der Renovierung an andere Orte. Die Gottesdienste fanden in der Maria-Schutz-Kapelle sowie in der Versöhnungskirche statt.
Der evangelischen Kirchengemeinde danken wir sehr herzlich für die große Gastfreundschaft und die Selbstverständlichkeit, mit der wir die Versöhnungskirche nutzen durften – ein schönes Zeichen gelebter Ökumene.
Die Gottesdienste in der Maria-Schutz-Kapelle haben bei vielen Gemeindemitgliedern eine alte Liebe neu entfacht. Trotz des nicht mühelosen Weges mit seinem Anstieg haben viele den Gang zur Kapelle auf sich genommen. Die Kapelle, die seit nunmehr 75 Jahren besteht, wurde in diesem Jahr so zu einem ganz besonderen Ort der Nähe, der Stille und des gemeinsamen Gebets.
Eine Besonderheit in der Geschichte der Maria-Schutz-Kapelle war sicherlich das feierliche Pontifikalamt zum Dreifaltigkeitssonntag im Juni mit Bischof Stephen, dem Heimatbischof unseres Pfarrers Beski. Durch die Kirchenrenovierung kam es damit vermutlich erstmals überhaupt dazu, dass in der Maria‑Schutz‑Kapelle ein Pontifikalamt stattfand.
In den Sommermonaten mussten wir aufgrund einer Operation und des anschließenden Urlaubs auf die Anwesenheit unseres Pfarrers Beski verzichten. Dankenswerterweise übernahm Pfarrer Pius aus Uganda seine Vertretung während dieser Zeit.

Die Renovierung unserer Pfarrkirche
Während der Renovierung unserer Pfarrkirche wurde vieles angepackt, was man nach der Fertigstellung auf den ersten Blick vielleicht gar nicht sofort sehen und doch umso mehr spüren konnte. Die Technik wurde umfassend erneuert und moderne Bankheizungen sowie eine neue Lautsprecheranlage eingebaut. Der Innenraum wurde aufgefrischt sowie Figuren und Gemälde sorgfältig gereinigt und restauriert. Insgesamt ist unsere Pfarrkirche vertraut geblieben und wurde dennoch sichtbar erneuert.
Ein besonderes Schmuckstück ist die neu ausgestattete Seitenkapelle: ein Ort für kleinere Gottesdienste, Andachten und Rosenkranzgebete. Die Renovierung unserer Pfarrkirche geschah nicht um der Technik oder der Optik willen, sondern damit unsere Kirche auch in Zukunft einladend bleibt – für Jung und Alt, für regelmäßige Kirchgänger ebenso wie für Menschen, die vielleicht nur gelegentlich hereinschauen.
Mit der Fertigstellung des Kirchturmes rechnen wir Mitte Januar. Dann wird auch der neue Glockenstuhl eingebaut sein, sodass erstmals seit langer Zeit wieder alle fünf Glocken läuten können.
Unsere Orgel befindet sich weiterhin in umfassender Restaurierung und ist daher noch nicht an ihrem Platz auf der Empore. Mit dem Wiedereinbau wird im kommenden Sommer gerechnet. Bis dahin begleiten eine Truhenorgel bzw. ein E-Piano unsere Gottesdienste musikalisch. Den Wiedereinbau der Orgel wollen wir mit einer eigenen musikalischen Einweihung im Sommer 2026 feiern.
Um die Renovierung der Kirche zu finanzieren, fand im zu Ende gehenden Jahr eine Spendenaktion statt. Allen Spenderinnen und Spendern, die zur Realisierung der Renovierung beigetragen haben, gilt unser herzlicher Dank.
Nach 9-monatiger Renovierungszeit konnte der Innenraum unserer Pfarrkirche pünktlich zum vierten Advent wiedereröffnet werden. Die Wiedereröffnung fand im Rahmen eines Festgottesdienstes statt und wurde mit einem anschließenden Fest auf der Neuen Mitte gefeiert. Durch die termingerechte Fertigstellung war es möglich, die Weihnachtsgottesdienste wieder in der Pfarrkirche zu feiern.

Zur Arbeit des neuen Kirchengemeinderates
Mitte Mai fand die konstituierende Sitzung des neu gewählten Kirchengemeinderates statt. Dabei wurde ich, Stephan Gutknecht, zum neuen gewählten Vorsitzenden bestimmt, meine Stellvertreter sind Jessica Nagelski und Iwan Kurniawan.
Zusätzlich zu den bisherigen Ausschüssen wurde dieses Mal neu ein eigener Jugendausschuss gebildet, der aus jugendlichen Ministranten, Mitgliedern des Kirchengemeinderates sowie unserer Gemeindereferentin Maren Werner besteht und die Jugend- und Ministrantenarbeit in der Gemeinde koordinieren soll. Neben der Oberministrantin als Ausschuss-Vorsitzenden haben wir zudem zwei weitere Jugendliche als beratende Mitglieder in den Kirchengemeinderat berufen, um den Anliegend der jüngeren Generation unserer Gemeinde mehr Gehör zu verschaffen.
Das Thema Renovierung der Pfarrkirche beschäftigte den Kirchengemeinderat über das gesamte Jahr hinweg. Es standen noch Entscheidungen über einige Anschaffungen aus und verschiedene Punkte mussten bis zur Wiedereröffnung organisiert werden.
Aber auch der Zukunftsprozess unserer Diözese wurde im Kirchengemeinderat zum Thema. Im Zukunftsausschuss auf Ebene der Seelsorgeeinheit wurde erarbeitet, wie die Vorgabe einer Reduktion von 30 % der nichtsakralen Gebäude (also Gemeindehäuser, Pfarrhäuser, Kindergärten und Wohngebäude) umgesetzt werden kann. Konkrete Entscheidungen über die Umsetzung sollen ab dem nächsten Jahr in den einzelnen Kirchengemeinderäten der Seelsorgeeinheit getroffen werden.
2026 wird zudem ein zentrales Jahr im Prozess „Seelsorge in neuen Strukturen“. Ziel ist es, veränderten pastoralen Anforderungen gerecht zu werden und sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeitende von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Dafür sollen die bisher rund 1.020 Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg‑Stuttgart bis spätestens 2030 zu 50 bis 80 größeren Raumschaften zusammengeführt werden. Die Ausgestaltung dieser neuen Raumschaften wird 2026 entschieden. Die Kirchengemeinden werden im Frühjahr ihr Votum dazu abgeben.
Im kommenden Jahr stehen somit im Kirchengemeinderat wichtige Entscheidungen an. Ende Januar bereiten alle Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit diese bei einer zweitägigen Klausur gemeinsam vor. 

Die Jahresstatistik
Zum Ende des Jahres 2025 zählt die Kirchengemeinde St. Peter und Paul Oberkochen insgesamt 2.644 Mitglieder.
Mit Freude durften wir 18 Kinder dieses Jahr zur Erstkommunion führen. Ende Juni spendete Domkapitular Scharfenecker zudem 34 Jugendlichen aus unserer Kirchengemeinde das Sakrament der Firmung. In diesem Jahr fanden in unserer Gemeinde 14 Taufen, eine kirchliche Trauung und 44 Bestattungen statt.
Gleichzeitig mussten wir dieses Jahr 42 Kirchenaustritte verzeichnen. Umso wertvoller ist die Wiederaufnahme einer Person, die den Weg zurück in die Gemeinschaft gefunden hat.

Dank und Ausblick
Liebe Gemeindemitglieder,
das vergangene Jahr hat uns vor viele Herausforderungen gestellt, aber auch zahlreiche wertvolle Erfahrungen gebracht: gemeinsamer Zusammenhalt, engagiertes Miteinander, gegenseitiges Vertrauen und neue Hoffnung.
Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, allen Gruppen, den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Pastoralteam mit Pfarrer Beski und unserer Gemeindereferentin Maren Werner, dem Team des Kinder- und Familienzentrums St. Michael – sowie allen, die oft im Hintergrund arbeiten und zum Erfolg unseres Gemeindelebens beitragen.
Ebenso bedanke ich mich herzlich für Ihr Vertrauen, Ihre Geduld und Ihre Treue gegenüber unserer Kirchengemeinde. Ihr Kirchengemeinderat wünscht Ihnen allen ein friedvolles und gesundes Neues Jahr 2026, das unter dem Schutz und Segen unseres Gottes stehen möge!
Für den Kirchengemeinderat St. Peter und Paul Oberkochen
Stephan Gutknecht
Gewählter Vorsitzender