Herzblut für Kariobangi im Fokus

Für Barbara Adolf ist Nähen und Basteln für die Advents- und Weihnachtszeit pure Lebensfreude. Beim Besuch der Schwäbischen Post gönnte sie sich eine Auszeit und zog „Erfolgsbilanz für Kariobangi.“
Gerade hat Barbara Adolf den stattlichen Adventskranz für die katholische Pfarrkirche Sankt Peter und Paul fertig gesteckt. Inzwischen ziert er bereits die Kirche. Man kann es kaum glauben, was Frau Adolf in den letzten zwei bis drei Wochen an „Adventskränzen geschultert hat.“ Wie schon viele Jahre hat ihr Revierförster Reinhold Vogel eine Tanne schlagen lassen. „Ein herzliches Vergelts Gott allen, die sich für die gute Sache einsetzen“, artikuliert Barbara Adolf kollektiven Dank.  Früher wurden die Adventskränze auf dem Wochenmarkt verkauft, seit einigen Jahren ist das Adolfsche Haus im Wohngebiet Heide „Verkaufsstelle.“  „Alles für einen guten Zweck, mein Herz schlägt für Kariobangi“, betont Barbara Adolf. Seit über dreißig Jahren setzt sie sich mit dem Verkauf von Adventskränzen und Gestecken für die Slum-Gemeinde in Nairobi ein. Pfarrer Andreas Macho darf sich schon in Vorfreude üben –  ein erklecklicher Betrag ist zusammengekommen, den Barbara Adolf demnächst im Pfarrbüro übergeben wird.  Über die Höhe schweigt sie sich noch aus. Vierzig geschmückte Kränze hat sie gebunden, zwanzig leere Kränze, über 25 Gestecke und viele Türkränze obendrein. Barbara Adolf ist Autodidaktin. Aber nicht außen vor lässt sie, dass „mir meine Enkelin Dini prima zur Seite gestanden ist.“ Was die Ehrenamtlerin besonders freut, auch im Heideladen kommen ihre selbst gefertigten Waren gut an. Und: Die Kunden kauften gerne, weil mit Kariobangi ein Anliegen dahinterstehe, das für viele Oberkochener ein fester Bezugspunkt sei.
„Mein Herz schlägt für Kariobangi“
Als der Schwäpo-Reporter einen Blick in die Nähstube wirft, quillt das Auge schier über vor einer überbordenden Fülle von Taschen aus dem „Näh-Kreativ-Werk“ von Barbara Adolf. „Ich habe viele Stammabnehmer und die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert prima“, sagt Adolf. Überall dort, wo die fast 82jährige aktiv ist, verkauft sie ihre Taschen und Schürzen. In dem von ihr geleiteten Tanzkreis in Dewangen, bei der Frauen-Gymnastik des TSV Oberkochen oder beim Hausfrauenbund. Aber auch im Heideladen und in der Bäckerei Dickenherr.  Die Nähmaschinen surren fast rastlos. „Da kann man herrlich abschalten für mich ist das ein Stück Lebensfreude“, sagt Frau Adolf.  Zirka 250 Euro pro Monat „ernäht“ sie für Kariobangi. Das Geld kommt dort dem „Watoto-Wetu-Center“ zugute, wo Waisenkinder und sehr arme Kinder eine Schulspeisung erhalten. Jetzt drängt die kreative und putzmuntere Barbara zum Aufbruch: „Ich muss noch acht Kinderschürzen für einen Kindergarten nähen“, sagt sie freundlich aber bestimmt. Und ihr Gatte Günter hat gerade einige Adventskränze ins Auto verbracht, die noch ausgefahren werden müssen.

5450 Euro für Kariobangi gespendet
Oberkochen Kurz vor Weihnachten sorgte die Ehrenamtlerin Barbara Adolf für große Freude im katholischen Pfarrhaus, wo sie von Pfarrer Andreas Macho empfangen wurde. Seit Jahrzehnten näht und bastelt Barbara Adolf und verkauft ihre Waren für die Ärmsten der Armen in den Slums von Kariobangi bei Nairobi. „Eine wunderbare Geschichte und Einsatz, der im wahrsten Sinne des Wortes beispielhaft ist“, sagte Pfarrer Andreas Macho bei der Übergabe der Spende in Höhe von 5450 Euro. Nicht unerwähnt ließ er, dass die großherzige Spenderin über ihren ehrenamtlichen Einsatz eine enge Beziehung der Menschen zu Kariobangi aufgebaut habe. Frau Adolf dankte allen Käuferinnen und Käufern, aber auch all jenen, die ihr Stoff fürs Nähen geliefert hatten. Das Geld wird fürs Watoto-Wetu-Center verwendet, wo Waisenkinder und sehr Kinder armer Familien eine Schulspeisung erhalten.

Text/Foto: Lothar Schell

 

 

 

 

2019-12-11T09:56:13+00:00